fahrkarten.jpgNahe der niederländischen Grenze gibt es ein Kleinod in Sachen Dampfnostalgie: Die Selfkantbahn, letzte noch erhaltene Schmalspur-Kleinbahn (mit einer Spurweite von 1000mm) des Bundeslandes Nordrhein-Westfalens. Zwischen Backstein-Häusern, durch Feld und Flur schnauft sie heute noch auf einer Strecke von knapp 5,9 Kilometern dank der liebevollen Pflege einiger Eisenbahnfreunde.

Authentische Fahrkarten sind aber nur ein kleines Detail dieser Dampfliebe, auch die gut erhaltenen und originalen Bahnuniformen lassen die Zeit heimlich rückwärts laufen. Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen fahren an den Sonntagen der Sommermonaten über die romantische Strecke und versetzen somit den Besucher in blankes Staunen und Entzücken.

Von Gillrath bis Schierwaldenrath dampfen die Schmuckstücke der Selfkantbahn, die jährlich mehr als 30.000 Besucher anziehen. Und im Winter läßt der Nikolaus die Herzen der kleinen Eisenbahnfans höher schlagen, wenn er während der Fahrt den Zug anhält und mit Knecht Ruprecht die Kinder nach ihren guten Taten befragt.

Die Selfkantbahn ist also ein Ausflugsziel für die ganze Familie!



Selfkantbahn früher und heute

bahn.jpgRund 70 Jahre lang diente die heutige Selfkantbahn als Geilenkirchener Kreisbahn auf einer 38 km langen Strecke. Ihr Ziel war in erster Linie die Erschließung des vorwiegend ländlich geprägten Raumes in Deutschlands westlichster Region, dem Selfkant, und seinen Nachbargebieten.

Im Jahre 1971 schien das Ende nah. Die Straßenkonkurrenz war so übermächtig geworden, dass sich die Bahn nicht mehr rentierte.

In letzter Sekunde konnte die Schließung durch die "IHS" (Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e.V.) jedoch gestoppt werden. Der Verein hatte sich rund 2 Jahre zuvor gegründet. Sein Hauptanliegen war die Rettung historisch wertvoller Schienenfahrzeuge in ganz Deutschland.

Die vom Verein "geretteten" Fahrzeuge wurden und werden sorgfältig restauriert und gepflegt. Viele der historischen Fahrzeuge haben auf dem heutigen, rund 5,5 km langen, Reststück der damaligen Strecke ein neues Zuhause gefunden.

Seit 1971 führt die IHS auf dem gepachteten Schienenabschnitt ihre Sonderfahrten durch. Der Fahrbetrieb findet in der Zeit von Ostern bis Ende September an allen Sonn- und Feiertagen statt.

Seit 1984 ist die Selfkantbahn die letzte der einst zahlreichen meterspurigen Kleinbahnen in Nordrhein-Westfalen.

Einen ganz besonderen Leckerbissen stellt das Bahnbetriebswerk in Schierwaldenrath dar. Dort befindet sich neben den verschiedenen Werkstätten, einem Kohlebunker und der Wasserbefüllungsanlage auch das Eisenbahnmuseum, in dem weitere Exponate des Vereins ausgestellt sind.


Das Kleinbahnmuseum

Im Jahre 1996 wurde das Kleinbahnmuseum anläßlich des 25jährigen Bestehens der IHS eröffnet.

Die Rund 50 Exponate stammen von einer Vielzahl, zum größten Teil längst verschwundener Kleinbahnen wie zum Beispiel der Sylter Inselbahn, der Dürener Dampfstraßenbahn, der Mittelbadischen Eisenbahngesellschaft, der Kreis Altenaer Eisenbahn, der Klöckner-Hütte in Hagen, aber auch von der Rhätischen Bahn in der Schweiz ab.

Da die meisten Fahrzeuge jedoch in einem sehr maroden Zustand ihr neues Zuhause fanden, wurden sie in liebevoller Kleinarbeit von den Mitgliedern der IHS restauriert und wieder in Betrieb genommen.

 

Wer unterhält das Ganze?

Mehr als 460 Mitglieder unterstützen derzeit die Aktivitäten der Selfkantbahn, wobei ca. 80 aktive Mitarbeiter einen Großteil ihrer Freizeit in den Dienst dieser außergewöhnlichen Museumsbahn stellen.

Neben der Aufarbeitung und Instandhaltung von Fahrzeuge investieren sie ihre Arbeitskraft in die Unterhaltung und Pflege der Strecke (Gleisbau), in die Erweiterung des Bahngeländes und in den aktiven Dienst als Lokführer, Heizer, Schaffner usw. an den Wochenenden zwischen Ostern und Oktober, sowie bei den beliebten Nikolausfahrten. Ohne ihre Hilfe wäre kein aktiver Museumsbetrieb denkbar!
 
 
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Eine solche Mitarbeiterschar ist an einem normalen Fahrtag vor und hinter den Kulissen
der Selfkantbahn tätig, damit ein reibungsloser Betriebsablauf gewährt ist.
 
 
 
Warum gibt es diese Homepage und was erwartet Sie auf den folgenden Seiten?

 
Diese Homepage soll nicht als "Konkurrenz" zur eigentlichen Internetseite der Selfkantbahn gesehen werden, vielmehr ergänzt sie die vereinseigenen Seiten auf "optischem" Wege.

Sie gibt Eindrücke wieder, die der Museumsbesucher mit eigenen Augen erfassen kann, aber sie gewährt auch einen Blick "hinter die Kulissen". Erst so kann der interessierte Besucher eine realistische Vorstellung von dem Arbeits- und Zeitaufwand bekommen, der durch die Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit getragen wird.

Mitglieder der Selfkantbahn zeichnen mit ihren Fotos ein liebevolles Bilderbuch der letzen "1000 Millimeter Kleinbahn" Nordrhein Westfalens.

Auf den folgenden Seiten finden Sie ausgesuchte Aufnahmen, die übersichtlich nach Kategorien sortiert sind.